Einstehen für Alternativen seit 18 Jahren

Castor 2001Ein Interview mit der ehemaligen Vorsitzenden der BI Kernenergie e.V., Dr. Rosemarie Poldrack

Hallo Rosmarie, du warst ja langjährige Vorsitzende der BI Kernenergie und bist für viele noch das Gesicht des Anti-Atom-Protests in Greifswald. Wann hast du begonnen dich für das Energiethema und Lubmin zu interessieren und in dem Bereich aktiv zu werden?

Bei mir hat es ungefähr 1988 damit angefangen, dass Sebastian Pflugbeil(1) den ich durch die Greifswalder Bachwochen kannte, mich angesprochen hat. Sebastian ist schon länger auf dem Gebiet aktiv gewesen und er fragte mich, ob das nicht ein Thema wäre, bei dem ich mich in Greifswald reinknien könnte.Konkret angefangen habe ich etwas später auf zwei verschiedenen Schienen. Zum einen bin ich über die Vorbereitung auf die ökumenische Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in der Kirche zum Energiethema im Allgemeinen und zum anderen über die IPPNW(2), die Organisation der Ärzte gegen den Atomkrieg, zur Atomenergie im Speziellen gekommen.Das Erste was anstand, war Mitstreiter zu finden. Diese kamen vorallem aus dem Ärztebereich. Im Frühjahr 1989 waren wir ungefähr 6 Ärzte und Ärztinnen aus Greifswald. Gemeinsam haben wir angefangen, Fragen zum AKW zu sammeln. Fachlich unterstützt wurden wir von Sebastian Pflugbeil, der uns mit dem Wissen, das er als Physiker hatte, geholfen hat, überhaupt Fragen zu stellen.Noch während der Wendezeit also Ende November 1989 (genauer am 30.11.1989) hatten wir das erste öffentliche Forum zum Thema „KKW – Umwelt“, bei dem auch Leute aus dem AKW teilnahmen. Das Forum fand in der alten Mensa in der Bahnhofstrasse statt. Dort haben wir kritische Fragen gestellt; zum Beispiel, was ist bekannt an Krebserkrankungen a) bei Arbeitern und Arbeiterinnen des AKW und b) bei der Bevölkerung in der Umgebung um das AKW herum. Auch haben wir nach Sicherheitslücken gefragt. In Zeitraum in dem wir begannen an die Öffentlichkeit zu treten, kam es zum Störfall in den damals im Probebetrieb befindlichen Block 5. Der Block wurde sofort wieder abgeschaltet. Auf Grund des Zwischenfalls, war es die richtige Zeit anzufangen und öffentlich Fragen zu stellen.Zu Anfang haben wir uns dem Thema angenähert, in dem wir nur klare Fragen gestellt haben und deutlich machten, dass wir wissen wollten, was in Lubmin vor sich geht. Dazu muss man wissen, dass das AKW zu DDR Zeiten ein absolutes Tabuthema war. Was Sicherheitsfragen anging oder ob es zu Störfällen kam, das war überhaupt kein öffentliches Thema. Stattdessen war es einfach DER sozialistische Vorzeigebetrieb. Wenn man das AKW mit anderen DDR-Betrieben verglichen hat, dann war es auch mit einem hohen Sicherheitsfaktor belegt und die Mitarbeiter waren die Vorzeigeleute und haben viel Geld dafür gekriegt.Durch die Wende hatten wir dann die Chance, mehr Leute zu mobilisieren. Dazu haben wir zum Beispiel die Friedensgebete im Dom genutzt. So wurde der Kreis sehr schnell größer. Zum ihm gehörten glücklicherweise anfangs zwei, später drei, Ingenieure aus dem AKW gehabt, die den Betreib selber sehr kritisch betrachtet haben. Sie haben uns sehr viel von der technischen Seite, auch internes Wissen aus dem AKW vermitteln können. Auch nach Außen haben wir schnell Kontakt zu anderen Gruppen aufgebaut; zum einen zu anderen Umweltgruppen in der DDR als auch zu anderen Umweltgruppen bis hin zur Anti-Atom-Bewegung in der BRD. Sie haben uns geholfen z.B. beim rein technischen Verstehen, dem politischen Hintergrund der Atompolitik oder bei praktischen Fragen, wie man eine Bürgerbewegung aufbaut und organisiert.  

Was waren die nächsten Schritte in der Arbeit, Wann habt ihr die BI gegründet?

Die Bürgerinitiative (BI) als Gruppe hat sich letztlich schon vor der Wende gefunden. Das war diese kleine Gruppe der Ärzte. Aber als eigentliche Bürgerinitiative, also als eingetragener Verein, haben wir uns erst nach der Wende gegründet. Mit der Gründung gaben wir uns diesen wundervollen Namen „Bürgerinitiative Kernenergie“. Die Namensgebung passierte vor dem Hintergrund, dass das für uns ein Kernkraftwerk war, da war es für uns naheliegend erst mal diesen herkömmlichen Begriff zu verwenden(3). Erst ein paar Jahre später haben den Namen um den Zusatz „zur Förderung alternativer Energiekonzepte“ erweitert, weil wir uns deutlicher absetzen wollten von allen KKW-Befürwortern. Sicherlich, der Name ist ein DDR-Produkt. Die anderen Bezeichnungen Atom und Anti-Atom, waren nicht die Begriffe mit denen wir gearbeitet haben. Das ist erst viel später nach der Wende gekommen.Inhaltlich haben wir schon 1990 große Veranstaltungen in Greifswald gemacht. Zum Beispiel zwei Energiekongresse, die wir in der Christuskirche veranstaltet haben und zu denen wir unter anderem auch den Energieminister von Schleswig-Holstein eingeladen hatten, sowie diverse Leute vom Ökoinstitut. Bei den Kongressen ging es auch um die Frage nach Alternativen. Die Diskussionen legten auch die Grundlage dafür, dass die Stadt Greifswald sehr frühzeitig schon ein eigenes Energiekonzept hatte. Auf dessen Grundlage wurden die Blockheizkraftwerke mit Kraftwärmekopplung gebaut. Das war zu dieser Zeit ein immenser Fortschritt – nämlich genau das entgegengesetzte zu herkömmlichen Großkraftwerken zur Stromproduktion, bei denen die Wärme nicht genutzt wird.Im Februar 1990 gab es etwas Einmaliges. Als die Internationale Atomenergiebehörde, die IAEO(4) eine Störfallanalyse im AKW gemacht hat, durfte ich als unabhängige Beobachterin teilnehmen. Das hatte es davor nie gegeben und danach auch nicht mehr. Das war ein Versuch gewesen, unser ganz kleines Pflänzchen der Anti-AKW-Bewegung durch Einbindung gleich im Keime zu ersticken. Das AKW wollte uns beweisen, wie offen es sei und wie kritisch an alles rangehen werde. Für mich war es eigentlich das heilsamste, was man für mich tun konnte, besonders was die Gespräche in den Mittagspausen mit den Mitarbeitern der Kommission angeht.Zu dieser Zeit liefen viele Sachen parallel. Anfang 1990 gab es den Runden Tisch in Berlin, an dem auch Sebastian Pflugbeil teilnahm. Es wurden 2 unabhängige Gutachten in Auftrag gegeben, die beide zu dem Schluss kamen, dass die Sicherheitskriterien der vier in Betrieb befindlichen AKW-Blöcke nicht dem Standard entsprachen. Da keines der großen westdeutschen Energieunternehmen bereit war, die erforderliche Summe zu investieren, um die Blöcke auf eine Mindestmaß an Sicherheit zu bringen, was eine Voraussetzung für den Weiterbetrieb war, waren die Blöcke politisch gesehen abgeschrieben.Nachdem das klar war, ging alles sehr schnell. Schon im Februar 1990 sind die ersten beiden Blöcke des AKW abgeschaltet worden und im September 1990 die zwei letzten. Gleichzeitig ist der Baustopp für die Blöcke fünf bis sechs ausgesprochen worden und die Pläne für sieben und acht sind auf Eis gelegt worden.Der nächste Schritt waren die Pläne fürs Zwischenlager. Und in Greifswald haben wir das bundesweite Antiatomforum gegründet als Plattform für den Anti-Atom-Widerstand. Es war wirklich eine Zeit in der sich die Ereignisse überschlugen.  

Ab wann gab es die Pläne fürdas Zwischenlager?

Im Herbst 1991 wurden die Pläne für ein bundesweite Zwischenlager öffentlich. Ich glaube, dass war am 23.09.1991 als zum ersten Mal in der OZ- Zeitung stand, dass man daran denke in Lubmin ein bundesweites Lager zu errichten. Herr Krämer, damals Vorstandsvorsitzender der PreussenElektra, sprach von einem Zwischenlager für radioaktive Abfälle aus deutschen Atomkraftwerken. Schon damals sprach man von einem Volumen von 200.000 Kubikmeter, sowie von der Unterscheidung zwischen einem Bereich für hochradiaktiven Müll und einem größeren Bereich für schwachradioaktiven. Beide Bereiche sind für den Lubminer Bedarf viel zu groß. Das war schon damals der Ansatztpunkt, an dem unsere Kritik ansetzte.Unsere Meinung war, dass wir nur dann mit einem Zwischenlager einverstanden sind, wenn es nur für den Bedarf Lubmins und Rheinsbergs in der Größe ausgelegt ist. Den Abriss des AKW Rheinsberg sahen wir auch als notwendig an, weil die Blöcke marode waren. Auch, dass der Müll von Rheinsberg nach Lubmin kommen sollte, haben wir, wenn auch mit Bauchschmerzen, eingesehen. Schließlich ist Rheinsberg in einem Naturschutzgebiet und das AKW sollte bis zur grünen Wiese abgerissen werden.Später haben wir das aber kritischer gesehen, als während unserer doch recht unkritischen Anfängen. Unsere Position war, dass wir das Zwischenlager in Lubmin mit diesen maximalen Kapazitäten als größten Kompromiss mittragen würde, obwohl wir gegen Atomtransporte sind und obwohl wir sahen, was für Probleme das Lager mit sich bringen wird. Wir haben deshalb von Anfang an die Forderung gestellt, dass eine heiße Zelle integriert werden solle, die man braucht, um im Notfall die abgebrannten Brennstäbe aus einem beschädigten Castorbehälter in einen neuen umzuladen. Wir haben darauf gedrungen, dass das Volumen und die Fläche eingeengt wird und vor allem dass in Lubmin die höchsten Sicherheitsstandards angewandt werden. Letztendlich hat wurde aber nichts von unseren Forderungen umgesetzt. Besonders das Fehlen der heißen Zelle macht das Konzept fragwürdig, da jetzt immer noch offen bleibt, was geschieht, wenn ein Castorbehälter beschädigt ist. Stattdessen hat man das ‚Zwei Deckelsystem‘ erfunden.  

Wie ging es weiter mit dem Zwischenlager?

Wir haben sofort einige große Demos organisiert, die waren mit 3000 bis 6000 Demonstranten unheimlich groß, wenn man davon ausgeht, dass in Greifswald, damals mehr als dreiviertel der Bevölkerung direkt oder indirekt durch die Familien eine Beziehung zum AKW hatten. In den Höchstzeiten haben im AKW zwischen 12.000 und 15.000 Menschen gearbeitet einschließlich der Zulieferbetriebe. Die meisten Arbeiter haben im Greifswalder Neubaugebiet gewohnt. Die Stadt war also nur für das AKW da. Auch die Uni hat vom AKW profitiert gehabt. Als aber die Pläne für das Zwischenlager öffentlich wurden und die Menschen plötzlich begriffen, dass wir unseren eigenen Dreck hier haben und jetzt auch noch Abfälle aus anderen Bundesländern dazukriegen sollen, da waren dann doch eine ganze Reihe von Menschen zu mobilisieren. Der Tenor war: wir haben hier unseren Müll, den können wir nicht wegdiskutieren, aber von anderen noch Müll dazubekommen, das wollen wir nicht.Das war ein Thema zu dem aus allen Parteigruppierungen einschließlich des Neuen Forums ganz starker politischer Protest kam. Dieser Protest war die Grundlage dafür, dass die Zusage kam, das Lager würde nur für Greifswald und Rheinsberg genutzt. Es sollte eine Ausnahme geben, das war der Bereich der schwach radioaktiven Abfälle aus Schulen sowie medizinischen Einrichtungen (Landessammelstelle). Für diese Abfälle wird das Zwischenlager in Lubmin von den Ländern Brandenburg und Mecklenburg-vorpommern gemeinsam genutzt. Das ist nur ein winzig kleiner, gitterabgeschlagener Raum, indem fast nichts drin ist. Für die Größe des Lagers spielt es keine Rolle. Das war aber die einzigste Öffnung für fremde Abfälle. Zusammengefasst bedeutet das, die Zusicherung hieß, das Lager wird nur für Greifswald und Rheinsberg gebaut. Es gab natürlich dennoch massiven Protest, weil diese Zusicherung nicht mit der geplanten Größe zusammenpasste, das geplante Lager war viel zu groß ausgelegt. Wobei hinzugefügt werden muss, dass die EWN(5) die einzig ehrlichen in den Diskussionen waren. In sämtlichen öffentlichen Veranstaltungen, von denen es unendlich viele gab – ob es auf der Insel Usedom, auf Rügen, in Wolgast, in Greifswald war, öffentliche Foren mit oder ohne Fernsehen und Radio – die Energiewerke haben immer gesagt, dass sie immer einen Antrag stellen würden, wenn es Abfälle gäbe, die sie lagern könnten, um damit Geld zu verdienen. Sie haben nie gesagt, dass sie das nicht tun würden. Sie wussten genau und wir haben das auch immer auf diesen Veranstaltungen gesagt, dass wenn die EWN einmal die Genehmigung für die Lagerung von Atommüll haben und wenn sie bewiesen haben, dass sie zuverlässig sind, dann gibt es keine Möglichkeit, ihnen im Nachhinein so einen Antrag zu verwehren. Das ist leider das bundesdeutsche Gesetz. Darunter fällt auch der Atommüll, der Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres aus Karlsruhe kommen wird.  

Castor 2001Wie habt ihr die Menschen erreicht? Was für Veranstaltungen habt ihr gemacht?

Das große waren die Demos. Aber wir hatten auch viele andere Veranstaltungen, die regelmäßiger gelaufen sind. Da waren zum einen die Energieseminare, zu denen wir uns Referenten von woandersher geholt haben. Diese Seminare hatten wir so einmal im Monat veranstaltet und öffentlich dazu eingeladen. Das öffentliche Einladen sah so aus, dass wir selber die Plakate gemalt haben und sie dann entweder in uns wohlgesonnenen Geschäften und Buchhandlungen ins Schaufenster hängen durften oder wir haben sie nicht so legal an irgendwelche Tafeln gehängt an denen schon Plakate hingen. Auch die Kirchen haben wir immer wieder versucht mit zu erreichen, so dass wir auch zum Teil in Kirchenräumen Veranstaltungen durchführen konnten.Dann haben wir auch sehr regelmäßig Stände auf der Straße gemacht. Wir hatten die sogenannten Anti-Atom-Picknicks, das ist eine Aktionsform, die wir erfunden haben. Wir stellten uns mit einem Infostand ungefähr einmal im Monat, immer sonntags, irgendwo in der Umgebung des AKWs, später auch mal in Wieck an der Brücke, mit selbstgemalten Plakaten hin. Da haben wir Leute angesprochen und haben ihnen Infomaterial, ob sie es wollten oder nicht, in die Hand gedrückt. Bei unseren Picknicks gab es dann auch Castor-Olympiaden mit Schienen zersägen, Atomfässer rollen, Hakenkrallen werfen und viel mehr. Wir haben auch versucht viel mit Musik zu machen und die Picknicks interessant zu gestalten.Wir haben sehr viel Informationsmaterial erstellt, das wir unter die Menschen gebracht haben. Darüberhinaus haben wir auch jeden nur erdenklichen Termin genutzt, um ihn für unsere Bemühungen auszuschlachten. Jährlich zum Tag der Erneuerbaren Energien, der auf den 26. April, den Tschernobyltag gelegt worden war, haben wir versucht das Problem Atomenergie und was ein jeder dagegen tun kann zu thematisieren. Der fand dann immer auf dem Markt in Greifswald statt. Wir haben da auch Unternehmen mitbeteiligt, die etwas mit alternative Energien zu tun hatten, z.B. mit Sonnenkollektoren, Photovoltaikzellen oder Wärmepumpen. Einmal hatten wir auch ein Solarauto. Vieles davon war ganz neu und sorgte für Aufsehen.Außerdem haben wir auch immer den Umwelttag genutzt, um in der Öffentlichkeit Aktionen zu machen. Dann haben wir auch andere Gruppen aus anderen Bundesländern eingeladen, so war z.B. die Anti-Atom-Karawane merhmals hier und auch sonst hatten wir alle mögliche Unterstützung aus der Anti-AKW-Bewegung und von den anderen Standorten. Zusammen mit den anderen Atomstandorten in der ehemaligen DDR haben wir ein Netzwerk aufgebaut, also mit den Standorten der Forschungsreaktoren in Berlin und Rossendorf bei Dresden, mit Rheinsberg und Stendal, wo es ein im Bau befindliches AKW gab. Wie schon erwähnt hatten wir auch Kontakt zu den Standorten in den Altbundesländern von Wackersdorf bis nach Krümmel.Zum Tschernobyltag hatten wir uns mal direkt vor dem AKW eine Plakatwand angemietet und dort groß Anti-Atom-Plakate aufgeklebt. Die waren jedoch innerhalb von zwei Tagen wieder beseitigt, und die Plakatwandfirma hat vom AKW auch mächtig eins auf den Deckel bekommen, weil sie an uns vermietet haben.Wir haben mit viel Kraft versucht möglichst viele Menschen für das Thema zu sensibilisieren.  

Bei den Veranstaltungen waren dann auch immer Menschen von der EWN dabei, die sich mit Redebeiträgen eingebracht haben. Wie seid ihr damit umgegangen?

Die Auseinandersetzung mit den Leuten von der EWN habe ich insgesamt als ziemlich schwierig erlebt. Gerade bei einer öffentlichen Veranstaltung ging es darum zu verhindern, dass die AKW-Leute die Veranstaltung nicht fremd überlagert haben. Die AKW-Leute hatten da einfach eine Störfunktion. Die sind auch geschickt worden. Die mussten zum Teil zu unseren Veranstaltungen gehen, um sich alle naselang zu melden. Und in der frischen, neuen Demokratie, die wir hatten, waren wir ja auch gerne bereit tolerant zu sein und sie auch sprechen zu lassen. Heute würde ich einiges anders machen.  

Waren das nur für die Veranstaltung abgestellte Mitarbeiter die da kamen?

Genauso, wie es die oben angesprochenen Mitarbeiter auf Veranstaltung gab, gab es auch immer Leute, die direkt oder indirekt von der Stilllegung betroffen waren, die arbeitslos geworden waren. Die haben dann zum Teil auch sehr emotional ihre Meinung kundgetan, was natürlich auch verständlich ist. Denen ist die Lebensgrundlage entzogen worden. Selbstverständlich suchten diese eine Stelle, an der sie ihren Protest loswerden konnten. Das war die Bürgerinitiative, denn an so einen AKW-Betreiber oder andere Verantwortliche kamen die Leute nicht ran. Den Leuten, die im AKW gearbeitet haben, hat man Zeit ihres Lebens gesagt, dass sie die Besten, die Größten seien, dass sie die beste Technik betrieben und plötzlich wird der Betrieb stillgelegt. Denen wurde dann plötzlich die gesamte berufliche und existentielle Lebensgrundlage entzogen. Das ist eine Sache womit ein Mensch relativ schwer umgehen kann, das zu verarbeiten dauert immer seine Zeit. Die einen können das besser überwinden, aber es gibt auch viele, die suchen eine Stelle an der sie ihre Wut und ihren Frust loswerden können. Und das traf zum Teil uns. Die schlimmsten Sachen die mir passiert sind, waren böse Drohanrufe, die bei mir eingegangen sind. Ich hatte mehrfach Anrufer die sagten: wenn wir dich erwischen, oder deine Kinder - pass auf, dass denen nichts passiert. Solche Anrufe fand ich immer am Schlimmsten, weil man die nicht einordnen konnte. Ich konnte nie wissen, ob es nicht doch einen geben sollte, dem dann die Sicherung durchbrennt, um seine gestaute Wut loszuwerden. Aber auch die Beschimpfungen auf der Strasse. Ich empfand es als verletztend, mitten auf der Strasse angeschrien zu werden, so dass sich tausend Leute umdrehen, und man den Menschen zur Ruhe bringen muss. Das ist verletztend.  

Wie sah und sieht es mit der Akzeptanz für das AKW und das Zwischenlager in Lubmin unter der Bevölkerung aus?

Früher, völlig klar, waren dreiviertel der Greifswalder Bevölkerung oder noch mehr für die Nutzng der Atomenergie. Das hat sich gewandelt. Wenn man heute ein neues Atomkraftwerk hier bauen wöllte, da bin ich mir ganz sicher, da würde es den nötigen Protest geben. Aber was haben wir jetzt hier? Es gibt ein mittlerweile fast komplett abgerissenes, entkerntes Atomkraftwerk sowie ein Zwischenlager. Beides ist, wenn man von der Sicherheitsphilosophie ran geht nicht so schlimm wie ein laufendes AKW. Von daher ist immer noch eine gewisse Akzeptanz dafür da, was in Lubmin vor sich geht. Von diesem Standpunkt aus, ist es sicherlich schwierig dieses Thema derzeit in die Öffentlichkeit zu bringen. Die Sache mit den anstehenden Transporten ist nur zweimal kurz in der Zeitung gewesen. Zurzeit wird in der öffentlichen Wahrnehmung nur das Steinkohlekraftwerk wahrgenommen, was gerade als wichtiger angesehen wird. Es ist schwer die Atompolitik jetzt in die Diskussion zu bringen, was aber nicht heißt, dass man nicht daran arbeiten sollte.  

Meinst du, dass ihr Einfluß auf den Stimmungswandel in der Bevölkerung hattet, oder wurde der eher durch Wegzug sowie Bundes- und Weltpolitik bestimmt?

Ich weiss, dass wir mit unseren Veranstaltungen nicht die Masse an Menschen hier in Greifswald erreicht haben. Aber wir waren sowohl immer wieder in der Presse und durch die öffentlichen Veranstaltungen war das Thema auch immer wieder im Gespräch, so dass wir durch die Veranstaltungen doch, wenn auch nur indirekt, immer wieder eine ganze Menge an Menschen erreicht haben, auch von den Beschäftigten.Jahre später und zum Teil heute noch, werde ich von ehemaligen KKW‘lern angesprochen. Die sagen mir, dass sie damals auch dort gearbeitet haben. Mit ihnen kann man jetzt aber erstaunlich ruhig über die Themen reden und es ist interessant, welcher Wandel in der Befürwortung da passiert ist. Ich bin immer wieder überrascht, wenn ich merke, dass Menschen die eine neue Lebensgrundlage gefunden haben, auch in der Lage sind ihre eigene Einstellung von damals zu überdenken und kritisch zu hinterfragen.Insofern glaube ich schon, dass heute die Frage nach einem Atomstandort hier sehr viel kritischer diskuttiert werden würde. Eine Schwierigkeit, die wir hier haben, ist dass wir jetzt das Max-Planck-Institut mit dem Wendelstein 7x hier haben, als geplanten Fusionsforschungsreaktor. Das ist ja auch nur eine andere Ausrichtung der alten Atomthematik und damit gibt es dann auch gleich wieder Befürworter innerhalb der Uni und innerhalb der Forschungseinrichtung.  

Was für Aktionen gab es außer denschon erwähnten?

Wir hatten zu Greenpeace schon sehr früh einen sehr guten Kontakt. Die allererste Greenpeace-Aktion, an der sich auch BI-Leute beteiligt haben, hatten wir, als es um die Baupläne des Zwischenlagers ging. Das war im Oktober 1991, also kurz nachdem das erste Mal von diesen 200.000 Kubikmetern Fassungsvolumen für das bundesweite Lager die Rede war. Da hatten Greenpeacer ein Riesenplakat vor dem AKW aufgestellt, um die Pläne öffentlich zu machen.Ganz große Greenpeace-Aktionen mit Blockaden gab es als die nicht genutzten Brennstäbe nach Paks in Ungarn gingen, das war im Januar 1996. Dazu gab es zwei große Aktionen. Das eine Mal hatten sich Greenpeace Leute sowohl am Einfahrtstor des AKW für den Zug als auch mit einem Bremsblock auf der Schiene festgekettet. Bei der zweiten Aktion hatten sich zwei Leute mit einem Rohr, in welchem sie ihre Hände drin hatten, ebenfalls an den Schienen festgemacht. Davon mussten sie erst einmal losgemacht werden. Das andere war ein großer Container, der von Innen an der Schiene festgemacht worden war. Bei diesen Aktionen waren auch immer BI-Leute in verschiedenen Funktionen dabei. Wir hatten vor Ort immer jemanden und im Hintergrund waren Leute, die Telefondienst oder Informationsdienste erledigten. Das war nötig, weil die Funkverbindungen um Lubmin zu diesen Aktionen immer gestört worden sind. Man konnte also in diesem Gebiet um Lubmin nicht mehr per Mobilfunk telefonieren. Deshalb hatten wir Springer, die Informationen weitergaben, um sie dann an uns oder an die Presse weiter zu leiten.Wir hatten dann noch einmal eine Aktion, als die ersten Brennstäbe aus Rheinsberg kamen, das war 1998 also ungefähr zwei Jahre nach dem Transport nach Paks. Der Hintergrund für den Protest war, wie schon erwähnt, dass wir mit den Sicherheitsbedingungen im Zwischenlager nicht einverstanden waren. Deshalb haben wir dann auch mit den Transport blockiert.Es wurden bei diesen Blockaden unterschiedliche Aktionen gemacht. Bei einem Transport von Rheinsberg nach Lubmin saßen ein paar Leute an unterschiedlichen Stellen auf der Schiene und manchmal fand gleichzeitig eine Aktion in der Stadt Greifswald statt.Außerdem hatten wir in der Region mindestens drei Camps zusammen mit Leuten von anderen Standorten, um sich auf Aktionen vorzubereiten. Wichtig war außerdem die beteiligten Leute am Diskussionsprozess mit zu beteiligen, der den Aktionen vorausging.Unangenehm war nur, dass wir die großen Aktionen immer im Winter gehabt haben. Auch der Transport aus Karlsruhe wird ja unter Umständen wieder im Winter kommen.Neben den Aktionen mit Greenpeace hat es auch einige Aktionen mit Menschen von anderen Standorten gegeben. Wir haben zum Beispiel ganz demonstrativ, als es um das Zwischenlager ging, eine Wackersdorfhütte(6) vor dem Zwischenlager aufgestellt. Zu anderen Veranstaltungen kamen Trecker aus dem Wendland, um mit uns zu demonstrieren. Später siedelten sich auch einige Ökobauern aus den Altbundesländern in Vorpommern an. Einige hatten in ihren Bundesländern mit der Anti-Akw-Bewegung zu tun gehabt. So war es zu Anfang auch möglich gewesen sie in unseren Widerstand zu integrieren, so zum Beispiel als ein Bauer einen ganzen Hänger Mist vor dem AKW abkippte.Bei solchen Aktionen haben wir dann auch sehr genau darauf geachtet, dass sofort auch die Presse vor Ort war. Es war wichtig, dass mehr als nur die Beteiligten etwas davon mitbekamen.Wir waren auch über viele Jahre bei den Frühjahrs- und Herbstkonferenzen der Anti-AKW-Bewegung vertreten, um so auf unsren Standort aufmerksam zu machen. Über diese Kontakte kamen auch Leute von weiter weg, um bei Blockaden und bei Demonstrationen mitzumachen.  

Seitdem das Zwischenlager besteht, gibt es auch wenige An- und Abtransporte zur Pufferlagerung. Das ist auch immer ziemlich unbemerkt vonstatten gegangen.

Das sind bisher Kleinstmengen gewesen, die kaum eine Rolle gespielt haben. In letzter Zeit ist, soviel ich weiß, gar nichts mehr gekommen. Es gab zu Anfang Bestrebungen schwach- und mittelradioaktive vor allem flüssige Abfälle nach Greifswald zu bringen, um sie hier mit einer Verdampferanlage zu Schlamm einzudicken und dann in Fässer gefüllt, wieder an die Standorte zurückzubringen. Das war so eine Idee gewesen zur Vermarktung des Zwischenlagers, das hat sich jedoch nicht bewährt und wird auch nicht mehr gemacht.  

Wie sieht es aus mit den Anträgen auf Verlängerung der Lagerzeit der Pufferlagerung?

Die Verlängerung der Lagerzeit hat den Hintergrund, dass man verstrahlte Großkomponenten herbringen will, die man in Lubmin zersägen und verpacken will, um sie dann wieder abzutransportieren. Die lagern dann vor und nach der Verarbeitung jeweils bis zu fünf Jahren, so dass man auf einen maximalen Zeitraum von zehn Jahren kommt. Da geht es zukünftig als größte Komponente um Reaktordruckgefäßen. Mit dem letzten Transport aus Rheinsberg Ende 2007 hat man schon den Transport eines Reaktordruckgefäßes auf der Schiene ausprobiert. Das wird sicherlich eine Rolle spielen, wenn es noch mehr AKWs in den Altbundesländern gibt, die abgerissen oder rückgebaut werden sollen.  

Wenn du eure Aktivitäten damals und unser Situation heute vergleichst, was könnte man machen, was sind Fehler, die ihr gemacht habt, die man nicht wiederholen muss?

Als wir damals anfingen, hatten wir den Riesenvorteil, dass es eine Zeit des Umbruchs war. Von daher war so ein Thema ideal, weil es auch Umbruch bedeutete. Das heißt es waren auch viele Menschen bereit, mitzumachen und sich zu engagieren und etwas Neues zu wollen. Viele sind enttäuscht worden und haben sich zurückgezogen. Uns kam die damalige Zeit sehr entgegen, aber wir haben das dann auch mit einem sehr hohen persönlichen Aufwand betrieben und Fehler gemacht. Ich habe damals die BI sehr dominant geführt, wie mir auch oft vorgeworfen wurde. Was wir auch falsch gemacht haben war, dass wir es nicht geschafft haben, uns als Gruppe frühzeitig zu öffnen, dass wir neue Leute rangezogen hätten, um uns selber zu entlasten. Wir waren viel zu sehr mit uns und mit unserer alltäglichen Arbeit beschäftigt, um zu merken, dass zu viele Leute aufhörten oder wegzogen. Und irgendwann war es dann zu spät.  

Wie ist das Verhältnis zur Polizei beieuren Aktionen gewesen?

Ich muss noch einmal wiederholen, was sich in der Wendezeit abgespielt hat. Wir sind in der Wende bei unseren Demonstrationen irgendwann zu einer Übereinkunft mit der Polizei gekommen, dass es zu keinen Ausschreitungen von Seiten der Demonstranten kommen würde und die Polizei uns dann auch in Ruhe ließe. Bei den Anti-Atom-Aktionen bzw. Demonstrationen konnten wir diese Abkommen sozusagen fortsetzen. Das war für uns schon sehr hilfreich. Einmal haben wir einen Demonstrationszug im Neubaugebiet begonnen. Da wussten wir auch nicht, ob Leute, die ihren Arbeitsplatz im AKW verloren hatten, kommen würden, um uns ordentlich ihre Meinung zu sagen.Die freundliche Einstellung der Polizei uns gegenüber kippte dann, als es zu diesen Blockaden kam. Bei diesen Aktionen sind Polizisten aus anderen Bundesländern, vor allem aus den Altbundesländern hierher geholt worden. Die hatten längst ihre eigene Erfahrung gemacht hatten und hatten sich schon eine feste Meinung über Anti-AKW-Aktionen gebildet. Sie kümmerten sich nicht um die lokalen Gegebenheiten. Diese Polizisten hatten ein ganz anderes herrangehen. Das war schon sehr radikal, wie sie diese Blockade gegen den Transport nach Paks geräumt haben.  

Wie war die Zusammenarbeitmit anderen Gruppen?

Da gab es die Maikäfer, die sich um einen Pfarrer gebildet hatte. Diese Gruppe hat versucht, mehr Aktionen im ländlichen Raum zu machen. In dieser Gruppe waren dann auch die Ökobauern zum Teil integriert. Und dann gab‘s im Klex auch noch eine kleine Gruppe. Zwischen den Gruppen gab es gewisse Rivalitäten. Im Nachhinein stimmt mich das traurig, da diese Streitereien um Aktionsformen sinnlos sind. Eine gegenseitige Akzeptanz und Toleranz wäre nötig gewesen.  

Wenn es damals so viel Protest gab, wäre doch zu erwarten, dass jetzt wieder soviel Protest kommt.

Schön wäre es. Ich würde mich freuen, wenn es so wäre. Aber da spielen viele Faktoren eine Rolle. Eigentlich ist dieser Standort an sich ein Stück in Vergessenheit geraten. In Lubmin vollzieht sich jetzt der Abbau. Die Menschen erfahren nur die Erfolgsmeldungen, bei denen man nicht mehr nachvollziehen kann, ob das wirklich so ohne Probleme läuft. Andererseits sind viele eigentlich froh, dass das AKW abgebaut wird und dass dadurch vielleicht eine höhere Sicherheit eingetreten ist. Das zweite ist, dass die Menschen sich längst nicht mehr um solche Energie- und Umweltfragen kümmern. Bei vielen Menschen stehen die Fragen nach der sozialen Sicherheit und nach ihrem Lebensstandard, nach ihren eigenen Berufsvorstellungen im Vordergrund. Heute ist es unheimlich schwierig, Menschen zu mobilisieren, um sich irgendwo zu engagieren und aktiv einzubringen. Zum anderen ist es so, dass die Umweltfragen mittlerweile in der offiziellen Politik angekommen sind, bzw. dahin abgeschoben wurden. Es steht in den Programmen aller Parteien, alle sprechen davon, nur leider tun nur wenige etwas. Damit kann man sich zurücklehnen und dieses Thema den Politikern überlassen. Das ist auch ein riesiges Problem, wenn man sich diese großen Zeiten der Anti-Atom-Bewegung anschaut. Da konnte man auch konkret mit vielen Menschen etwas bewirken. Heute erzählen alle Politiker davon und im Endeffekt werden aber viele Entscheidungen nach den Industrieinteressen geregelt. Ähnlich muss man die Ganze Entwicklung an diesem Standort hier sehen. Mit den Themen Arbeitsplätze, Steuergelder und Industrie als Einnahmequelle werden die Menschen bei ihren Ängsten gepackt. So werden dann Entscheidungen durchgesetzt. Wenn es durchgesetzt ist und später klar wird, was wirklich dabei herrauskommt, ist es schon zu spät.  

 

Zur Person: 

Dr. Rosemarie Poldrack, geboren 1955 und seit 1973 in Greifswald lebend ist als Ärztin tätig und Mutter von 4 mittlerweile erwachsenen Kindern. Sie war lange Jahre engagiert im Bereich der Energie- und Umweltfragen, besonders als Vorsitzende der ‚Bürgerinitiative Kernenergie e.V. zur Förderung alternativer Energiekonzepte”.   

 Anmerkungen 

  1. Dr. Sebastian Pflugbeil (* 14. September 1947 in Bergen) studierte 1966 bis 1971 Physik an der Universität Greifswald. Pflugbeil war Mitbegründer des Friedensseminars in Berlin. Nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 arbeitete er im Auftrag des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR an einer Studie über Probleme der Kernenergiepolitik in der DDR mit. 1989 Mitbegründer des Neuen Forums (NF) und NF-Sprecher am Berliner und am Zentralen Runden Tisch. Ab Februar 1990 Minister ohne Geschäftsbereich der DDR und 1990 bis 1994 er als Vertreter der Abgeordnetengruppe NF/Bürgerbewegungen Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Seit 1993 ist er Vorsitzender des Vereins „Kinder von Tschernobyl“. (Quelle: wikipedia)
  2. IPPNW: International Physicians for the Prevention of Nuclear War (deutscher Name: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung). Ein internationaler Zusammenschluss von Ärzten, die sich u. a. vor allem für die Abrüstung atomarer Waffen einsetzt. 1985 erhielt die Organisation den Friedensnobelpreis für ihre „sachkundige und wichtige Informationsarbeit“, die das Bewusstsein über die „katastrophalen Folgen eines Nuklearkrieges“ in der Bevölkerung erhöhte. (Quelle: wikipedia)
  3. KKW: Der Begriff KKW steht für Kernkraftwerk. Er ist umstritten, da er das Gefahrenpotenzial der Energieform verharmlost. Es hat sich deshalb der Begriff AKW für Atomkraftwerk durchgesetzt, der auch die Nähe zur Atombombe klarstellt.
  4. IAEO: Die Internationale Atomenergieorganisation ist eine autonome wissenschaftlich-technische Organisation, die mit den Vereinten Nationen durch ein Sonderabkommen verbunden ist. Die IAEO soll die friedliche Nutzung der Kernenergie und der Anwendung radioaktiver Stoffe, sowie die internationale Zusammenarbeit hierbei, fördern und gleichzeitig die militärische Nutzung und Verbreitung dieser Technologie durch Überwachungsmaßnahmen verhindern. (Quelle: wikipedia)
  5. EWN: In den Energiewerke Nord GmbH, sind 4 Atomanlagen zusammengefasst, die derzeit im Rückbau befindlich sind: die ehemaligen AKW Lubmin und Rheinsberg, der Versuchsreaktor Jülich und die Wiederaufbereitungsanlage in Karlsruhe. Das Bundesministerium der Finanzen ist alleiniger Gesellschafter der EWN. Auf Grund der Zugehörigkeit zum Unternehmen darf auch Atommüll aus Karlsruhe eingelagert werden, obwohl im Wiedervereinigungsvertrag eine Einlagerung von Atommüll in Lubmin ausgeschlossen wurde.
  6. Wackersdorf: In Wackersdorf sollte eine Wideraufbereitungsanlage für Atommüll gebaut werden. Das Projekt konnte durch Proteste verhindert werden. Zum Symbol des Widerstands mutierte ein Hüttendorf, mit dem der Bauplatz im Laufe der Proteste besetzt worden war.

 


6 Kommentare zu “Einstehen für Alternativen seit 18 Jahren”

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